Endlich gefunden: Mein Newsfluss mit Instapaper

Instapaper

Vergangenen Donnerstag hat Martin Weigert auf netzwertig.com geschrieben, was ich schon länger mal schreiben wollte: Einen Vergleich verschiedener Später-lesen-Dienste. Instapaper versus Read It Later versus Readability versus das mir noch nicht bekannte Evernote-Dings Clearly. Ich hab die drei Dienste auch ausprobiert. Was folgt, ist ein natürlich subjektiver Gedankenschwall zu diesen Später-lesen-Tools.

Mir gehts mittlerweile praktisch nur noch so: Mir fliegen über den Tag Links um die Ohren. Auf verschiedenen Endgeräten und in verschiedenen Applikationen. Hauptquelle sind Twitter, Facebook und Google+; Hauptendgeräte MacBook und iPhone. Die kann ich nicht alle gleich lesen, aber irgendwann möchte ich das. Gut, geht das anderen Menschen auch so und sie haben Dienste für Menschen wie mich gebaut.

Ich habe relativ unenthusiastisch angefangen mit Read It Later. Obwohl offenbar das verbreitetste unter diesen Werkzeugen, haben mich weder Webinterface noch iPhone-App angesprochen. Das User Interface auf dem iPhone fühlt sich für mich nicht «richtig» an, vieles ist nicht da, wo ichs erwarte, es macht mir keinen Spass (auch wenn die neue Browserversion, die sich an den vor einiger Zeit eingeführten «Digest», um einiges besser aussieht). Read It Later integriert sich sehr gut mit allem: Ich kann von überall her Artikel zu Read It Later schieben und später lesen. Aber eben, it don’t feel right.

Dann bin ich rüber zu Readability. Super. Sieht gut aus. Man zahlt zudem einen monatlichen Mindesbeitrag von $5, wovon ein Teil dann an angemeldete Publisher verteilt wird. Ein automatisches Flattr sozusagen. Fand ich gut. Sieht auch gut aus. Integriert sich auch mit den von mir hauptsächlich genutzten Apps Reeder und Tweetbot. Hat allerdings keine native iPhone-App, nur eine (zwar sehr gut gemachte) Web-App. Das Problem davon: Ich muss oft neu laden, kann nicht offline lesen. Für mich schon ein Killerkriterium gegen Readability.

Dann, endlich, Instapaper. Das Webinterface hat mich da nicht so wirklich begeistert (tuts das irgendjemanden?) Die iPhone-App macht aber genau, was sie soll. Sie ist flüssig, alles ist da, wo es sein soll. Und sie integriert mit allem. Für mich perfekt.

Über die eigentlichen App-Verbindungen hinaus habe ich auch noch ifttt so aufgesetzt, dass Stars im Google Reader und in Twitter ebenfalls zu Instapaper gepusht werden. Maximale Flexibilität. Mir machts Spass, und ich lese wieder deutlich mehr auf dem iPhone.

21 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich finde die Instapaper-Web-UI sogar ganz gut. Schlicht ist König. Das schönste ist die Möglichkeit (kostenlos) täglich alle gesammelten Sachen zum Kindle übertragen zu lassen. Das probiere ich jetzt parallel noch ein wenig mit Readability aus, die das ja im kostenlosen Account zumindest für jeden Artikel einzeln anbieten, und dann gucke ich weiter.Eine iPhone-App soll ja in den nächsten Tagen auch endlich kommen, aber ehrlich gesagt möchte ich auf dem iPhone eben nicht lesen, sondern nur dorthin senden zum später lesen.Die ifttt-Sache mit Stars im GReader habe ich auch eingerichtet, bei Twitter “face” ich zuviel Sachen, die ich nicht noch einmal lesen brauche. Dafür kannst Du aber zumindest im Tweetbot auf dem iPhone Tweets und enthaltene Links direkt zu Instapaper oder Readability senden.

  2. Hm, ja, das mit Instapaper zum Kindle hab ich auch gesehen. Kindle hab ich auch. Leider fristet der Kindle bei mir in letzter Zeit ein arg einsames Dasein. Weiss nicht genau, wieso, aber alles ausser Bücher lesen macht mich gar nicht an, und nicht mal das mache ich in letzter Zeit.Und lustigerweise ist es bei mir grad anders: Ich lese echt viel auf dem iPhone, finde das unheimlich komfortabel. Jetzt nicht auf dem Sofa (dafür könnte man sich mal ein iPad anschaffen), aber unterwegs und im Bett und auf dem Klo find ichs super.

  3. Kindle habe ich gerade neu und finde ihn noch super. Für Bücher und für längere Internet-Texte. iPad habe ich dafür verkauft, eher selten genutzt. Zu schwer zum einhändig hochhalten, zu gross für die Jackentasche, zu teuer zum bedenkenlos überallhin mitnehmen (üble Kaschemme oder Strand).

  4. Ok, ich nehme mir vor, den Kindle auch mal wieder öfter zu benutzen. Alles ausser Bücher fand ich immer ziemlich schrecklich, aber vielleicht liegt das ja auch nur an meinen unvollständigen Erfahrungen.Ab und zu schleich ich aber schon an einem iPad vorbei in einem Geschäft und denk dann immer kurz: Ach, komm, jetzt nimmste eins mit. Nach zwei Minuten Nachdenken ists dann immer: Ne, brauchste nicht. Schlimm, diese Apple-Produkte.

  5. Nach zwei Wochen Benutzen ists dann immer: Wie konnte ich vorher bloss ohne? Stimmt, schlimm, diese Apple-Produkte.GIng mir mit dem iPad so. Seltsam.

  6. Ging mir mit dem iPad 2 genau andersrum. 2 Wochen benutzt, dann nur noch, um neue potentielle Killer-Apps zu installieren und danach wieder zu vergessen.

  7. Mit dem Fluss hab ich ja nicht so ein Problem, bloß staut der sich dann immer an meinem inneren Drei-Schluchten-Staudamm, und ich lese nur das Rinnsal, das durch ein winziges Zeitleck dringt.(Schiefe Bilder ftw!)

  8. Im Moment komm ich mit meiner “Core-Liste” in Twitter gerade etwa auf so viele Artikel, wie ich mit viel Einsatz bewältigen kann. Knapp.

  9. ich “readitlatere” mich hemmungslos durch alle feeds – gar nicht mit der absicht, die dinge zu lesen. aber so 4 wochen später, wenn ich den artikel zu thema xy schreiben will oder den vortrag abc vorbereiten muss, guck ich in mein readitlater und da ist schon alles (oder zumindest einiges).

  10. Macht ihr eigentlich einen Unterschied zwischen “später lesen” und “bookmarken” (inklusive verschlagworten und so weiter). Da habe ich auch noch nichts Festes gefunden. Also Evernote oder Delicious oder so etwas. Wie macht ihr das?

  11. Ja, Unterschied. Was ich noch nicht gelesen habe, aber nicht im offenen Tab haben will, kommt zu Read it later. Was ich gelesen habe, verschlagworte ich und schicke ich zu Pinboard. Ich bin eigentlich ein Delicious-Kind, aber ich befürchte, daß die neuen Besitzer Delicious nach und nach aufbunten; die Stacks dort sind schon so ein Schritt. Denke darüber nach, redundant noch Diigo zu benutzen, also die Dienste zu verknüpfen, weil man bei Diigo die schicke Markierungsfunktion hat.

  12. Ja, ich mache auch einen Unterschied. Alles dauerhaft per Stichwortsuche Wiederzufindende geht zu pinboard.in.Allerdings verschwimmen auch da die Grenzen gerade, weil ich Ordner in Instapaper angelegt habe und auch dort wegsortiere. Ich werde allerdings versuchen, das Archivieren mit etwas Disziplin wieder mehr zu Pinboard zu verlagern, da ich dort besser wiederfinde. Ausserdem würde ich Instapaper gerne wieder nur für wirklich noch zu lesende Texte und nicht für "noch zu guckende Videos" oder "noch zu postende Katzenbilder" verwenden, denn nur dann macht das automatische Senden zum Kindle Sinn.

  13. Worüber ich noch nachdenke, seitdem ich das hier: http://wirres.net/article/articleview/6023/1/6/ gelesen habe: Pinboard bietet auch eine Read-it-later-Funktion an, mit eigenem Bookmarklet. Den entstehenden Stream kann man als RSS-Feed im GoogleReader abonnieren und dann mit Reeder und dem dort integrierten Readability lesen, im schicken Reeder-Design auf allen Geräten. Und von dort aus wieder zu Pinboard schicken. Und dann immer alles im Kreis lesen.

  14. Jesses, jetzt wirds kompliziert. Pinboard habe ich noch nicht ausprobiert, das muss wohl gut sein, was? Gibt’s eine Instapaper–Pinboard-Schnittstelle?