Und ich singe «Waltzing Matilda»

Wer Vollzeit arbeitet und ähnlich disziplinlos ist wie ich, weiss: Hobbys pflegen ist nicht leicht. Umso mehr freut es mich, dass ich mal wieder etwas zu Ende gebracht habe. Zusammen mit Florian Gypser habe ich als Ghostsinger eine CD mit alten Countrysong-Covers gefüllt.

Von «Little Green Valley» über «Sweet Evelina» bis zu «Just a Lonely Cowboy» ist alles drauf, was Freunde der 20er-Jahre-Countrymusik erfreut (also drei Leute weltweit). Und als Bonus-Track die inoffizielle Hymne Australiens: «Waltzing Matilda».

ZyxCountryClassics

Reinhören und bestellen kann man das spassige Werk direkt beim Label Zyx Music oder bei Amazon. MP3-Download gibt’s leider offenbar keinen. Hörproben kann ich bei Interesse natürlich zuschicken.

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Rdio vs. Spotify

Seit kurzem ist in der Schweiz mit Rdio ein weiterer Musikstreamingdienst verfügbar. Da ich Spotify für die beste Erfindung seit dem Smartphone halte, habe ich mir auch den neuen Marktteilnehmer genauer angesehen.

Ich bin zufriedener Spotify-Nutzer der ersten Stunde. Hunderprozentig zufrieden? Nein, nicht ganz. Die Playlist-Verwaltung ist mir zum Beispiel sehr zuwider. Da warte ich schon seit langem auf eine bessere Lösung. Musik entdecken war bis vor kurzem nicht so toll, selbst mit den zusätzlichen Apps, die für Spotify verfügbar sind. Deswegen haben mich diese Punkte bei Rdio besonders interessiert.

Musikverwaltung

Am stärksten gepunktet hat Rdio bei mir mit der Verwaltung der «eigenen» Musik. Das ist bei Spotify recht kümmerlich. So sieht Spotify auf meinem MacBook Pro Retina 13″ aus:
Spotify
Das da links oberhalb des CD-Covers auf dem Bild ist die Playlist-«Verwaltung». Für einige wenige Playlists mag das ja noch funktionieren. Mittlerweile ist das bei mir jedoch auf sicher zweihundert Listen angewachsen. Sortierfunktion gibt’s nicht. Ordner kann man machen, ist aber auch nicht das gelbe vom Ei. Visuelle Hilfe, zum Beispiel mit Covers, ist ebenfalls Fehlanzeige. Aus meiner Sicht klar das schwächste Element von Spotify. Weiterlesen →

Besseres Fenstermanagement in OS X Mountain Lion

Zwei kleine Helfer erleichtern den Umgang mit Fenstern auf Mac OS X enorm.

Vor einigen Jahren habe ich von Windows auf Mac gewechselt und ich vermisse nichts. Gut, nicht ganz. Das Fenstermanagement in OS X ist seit jeher Mist. Täglich sehe ich Menschen an den Rändern Ihrer Programmfenster rumziehen. Doch es gibt Abhilfe.

1. Moom

Erstens ist da das geschilderte Problem auf Einzelprogrammebene. Ich will schnell ein Fenster im Vollbild anzeigen (und ich meine nicht den nativen Vollbildmodus). Oder ich will zwei Fenster nebeneinander anordnen. Für all das taugt Moom.

Moom

Einerseits kann ich Fenster durch an-den-Rand-Ziehen grössenändern. Anderseits erweitert das nette Programm den grünen Button links oben im Fenster um verschiedene Grössenoptionen. Und, am besten: Ich kann mir Tastenkombinationen zusammenstellen, um verschiedene Ziele zu erreichen: Vollbild, Halber Bildschirm links, Fenster auf den anderen Bildschirm schieben. Und so weiter. Top. (Zum Beispiel: Alt+Cmd+A gefolgt von Leertaste ist bei mir Vollbild.)

Moom (gibt’s auch im Mac App Store) ist nicht das einzige Programm dieser Art. Von David weiss ich von SizeUp, das wohl mehr oder weniger dasselbe kann. Etwas reduzierter, nur mit an-den-Rand-Schieben, geht das auch mit Cinch vom gleichen Hersteller.

Das ist der halbe Teil der Miete. Jetzt bin ich aber auch in der Situation, dass ich öfter externe Bildschirme anschliesse und auch wieder entferne, wenn ich irgendwo Besprechung habe etwa. Toll wäre hier etwas, das mir alle Fenster automatisch vergrössert oder verkleinert. Und? Gibts.

2. Stay

Eben, Stay macht genau das. Ich richte mir alle Fenster so ein, wie es mir gefällt, mit und ohne externe Bildschirme. Stay erkennt dann, wenn ich an meiner Konfiguration etwas ändere und passt die Fenster automatisch an. Es speichert sogar verschiedene externe Bildschirme. Fantastisch.

Von BlackVPN zu StrongVPN

Ich habe an anderer Stelle schon geschildert, wie ich meiner Seriensucht über Hulu, Netflix und Amazon Instant Video nachkomme. In letzter Zeit habe ich mich etliche Male über die teilweise kaum vorhandene Bandbreite meines VPN-Anbieters BlackVPN aufgeregt. Teilweise hatte ich wirklich kaum Durchsatz, was das Anschauen von Streamingvideo etwas schwierig macht.

Ich bin dann irgendwie auf StrongVPN gestossen – keine Ahnung mehr wie; es gibt ja Dutzende dieser VPN-Anbieter. Auf jeden Fall hab ich da jetzt das «PPTP Lite»-Paket gekauft für $21 in drei Monaten. Und siehe da, jetzt klappts auch mit der Geschwindigkeit.

Speedtest

Schönes Gimmick dazu: Unter ios.strongvpn.com lassen sich sehr einfach die VPN-Settings für iOS-Geräte herunterladen – für Konfigurationsfaule wie mich ist das super.

Goethe und ein Rhodes-Plugin

Ich rüste ja in der letzten Zeit mein Musikequipment etwas auf. Grösste und tollste Investition bis jetzt: Das Universal Audio Apollo – ein wirklich toll klingendes Audiointerface einerseits und ein «DSP Accelerator» andererseits. Einfach gesagt: Das Ding stellt Rechenpower bereit, mit der aufwändige Nachbildungen analoger Hardware als Plugins emuliert werden können. (Eine Auswahl der tollen Plugins sieht man im Universal-Audio-Store.)

Zweitens war ich dann ja bei meinem Bekannten Florian in Waldorf an einem Mixing-Workshop. Ich hab ja schon ab und zu etwas am Computer Musik gefrickelt, aber das hat mir erstens wieder einmal Basics vermittelt, die ich vergessen oder verdrängt hatte (Effektkanäle equalizen zum Beispiel), und zweitens mir wieder Lust gemacht, wieder einmal etwas fertig zu machen.

Ich fürchte aber, im Moment habe ich der Welt wenig Tiefgründiges zu sagen, und bin etwas aus der Übung, wenn es darum geht, Nicht-Tiefgründiges hübsch zu verpacken. Darum hatte ich die Idee, mich bei Könnern zu bedienen. Erster Stopp: Johann Wolfgang von Goethe, ein leidlich bekannter deutscher Reimeschmied.

Was sich dabei ergeben hat: «Liebe, lass mich los». Popmusik, an der Johann Wolfgang hoffentlich Freude hätte.

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Dinge: Das Freitag-«Portemonnaie»

Alan von FreitagEin Ding aus der Reihe: «Löst Probleme, für die ich nie an einer Lösung herumüberlegt habe.» Wenn ich ohne Tasche aus dem Haus gehe, habe ich früher immer ein paar Kärtchen aus dem richtigen Portemonnaie geklaubt sowie ein paar Nötli. Ich gehöre nicht zu der Art Mann, die ein dickes Portemonnaie hinten in der Jeans drin haben. Erstens sieht das scheisse aus, zweitens beulen die Jeans aus und gehen kaputt, drittens ist es unbequem und viertens sieht es scheisse aus.

Auf jeden Fall ist das Kärtchen-Tausch-Spiel etwas mühsam und die Karten sehen nach ein paar Abenden aus als wären sie fünf Wochen bei der Sihlpost-Passage rumgelegen.

Die Lösung: F57 Alan von Freitag (erstmals gesehen bei Philip). Sieht aus wie eine der Freitag-iPhone-Hüllen mit dem lustigen Zieh-Mechanismus, ist allerdings kreditkartengross und für anständig gefaltete Noten und, ähm, Kreditkarten.

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Gelesen: Richard Marx, Externalitäten, Negative Thinking

Ich starte eine neue Rubrik «Gelesen». Gute Texte aus dem Internet. In loser Folge.

Right Here Waiting

The Morning News, Edward McClelland
Lokalreporter Edward McClelland aus Chicago beleidigt in einem Nebensatz den Schmusesänger Richard Marx («shameless»). Dieser reagiert und trifft den Reporter in seiner Stammkneipe. Nonchalant notiert und recht amüsant.

Just because something has value doesn’t mean it has a price

The Guardian, Cory Doctorow
Cory Doctorow steigt ganz hoch nach oben und blickt mit Unverständnis herunter auf die «infantile mania for preventing positive externalities». Sein Argument: Wenn alle immer überall entschädigt werden wollen für die positiven Externalitäten, die ihr Produkt oder Dienstleistung zeitigt, wird uns das nicht allen die Rechnungen bezahlen, sondern es wird Menschen davon abhalten, Cooles, Nützliches und Wertvolles herzustellen.

The Power of Negative Thinking

The Wall Street Journal, Oliver Burkeman
«The ultimate value of the “negative path” may not be its role in facilitating upbeat emotions or even success. It is simply realism. The future really is uncertain, after all, and things really do go wrong as well as right. We are too often motivated by a craving to put an end to the inevitable surprises in our lives.»

Technisch beeindruckend: Moll-Songs in Dur

Videos posten ist ja so halbcool, aber das fand ich jetzt doch beeindruckend. So ein Mensch aus dem Internetz hat verschiedene in Moll gehaltene Songs zu Dur umgewandelt:

Habe leider nichts zur Vorgehensweise gefunden, aber ich könnte mir vorstellen, dass man das etwa mit Melodyne machen kann. Die einigermassen neue Funktion «Direct Note Access» erlaubt die Bearbeitung von mehrstimmigem Audiomaterial. Wirklich cool. Ich bin ja noch ein Vertreter der Generation, für die Intonationskorrektur von Gesang schon «close to magic» ist.

Die anderen fröhlich getrimmten Songs gibt’s übrigens auf dem Vimeo-Profil von major scaled.

Verringerung von Halbwissen: Der Bund kurz erklärt

Der Bund kurz erklärtSchöner Service der Bundeskanzlei: Die Broschüre «Der Bund kurz erklärt» (hier als PDF mit 23 MB) wird einem auf Wunsch gratis in gedruckter Form nach Hause geliefert.

«Diese alljährlich erscheinende, stets reich bebilderte Broschüre will Ihnen einen möglichst breiten, aber doch leicht verständlichen Einblick in die politische Schweiz und ihre obersten Behörden vermitteln sowie die Struktur und die Aufgaben unseres Staates aufzeigen.»

Verringerung von Halbwissen hat ja noch niemandem geschadet.

Hier geht’s weiter: Schweizerische Bundeskanzlei – Der Bund kurz erklärt.

Tap’n'Slide: Eine Geste für Einhandzoom

Die Google-Maps-App fürs iPhone ist ja ohnehin ein ganz vorzügliches Stück Software. Dem Fass den Boden schlägt allerdings eine Geste aus, der ich eine grosse Zukunft prophezeie: Tap’n'Slide als Zusatzgeste für Ein- oder Auszoomen.

Das heisst: Den Finger aufs Display tappen, beim nächsten Display tappen nach oben oder unten sliden. Voilà. Funktioniert für Ein- und Auszoomen. Und macht genau das möglich, was ich bis jetzt immer vermisst habe: Einhändiges Zoomen. Das Youtube-Video zeigt wie’s geht (und zeigt auch, was ich nicht wusste bisher: Zwei-Finger-Tap ist Auszoomen).

Ich fordere darum mit Nachdruck: Tap’n'Slide muss sich als Standard für Zoom etablieren. Spätestens in iOS 7. Von mir aus auch in Android und überall.

(Tap’n'Slide ist dann übrigens kein offizieller Ausdruck. Aber man muss Dingen ja einen Namen geben.)